IMG 8794 Turm nach Sanierung 300 breitDer westlich des Kirchenschiffes gelegene Turm stammt wahrscheinlich aus dem letzten Viertel des 14. Jahrhunderts. Zwischen den Bürgerhäusern aufragend bildet er einen Kontrapunkt zum Burgberg mit dem Dom und der Albrechtsburg.

Seine barocke Turmhaube, die Türmerwohnung und der Turmumgang wurden erst nach einem Blitzeinschlag und Brand im Jahr 1547 aufgebaut.
In einer der gotischen Fensteröffnungen des Turmes hängt seit 1929 das weltweit erste abstimmbare Glockenspiel aus Meissener Porzellan®.

Der Kirchturm lädt noch heute zum Aufstieg ein. Über eine Wendeltreppe erreicht man das erste Turmgeschoss. Der Türseite gegenüber sind die Umrisse eines sogenannten Kleeblattfenster zu sehen. Es deutet auf eine Errichtung der unteren Turmgeschosse im späten dreizehnten oder frühen vierzehnten Jahrhundert hin. Auf der nächsten Ebene, dem ehemalige Leuteboden, befindet sich die historische Antriebswalze des Glockenspiels. Heute wird es elektronisch angesteuert und nur zu besonderen Anlässen von Hand gespielt. Der weitere Aufstieg führt an den vier Stahlgußglocken des Geläutes von 1929 vorbei. Im vierten Geschoss ändert sich der Grundriss des Turmes, aus dem Viereck wird ein Achteck. Hier ist das Uhrwerk der Turmuhr untergebracht. Stunden- und Viertelstundenglocke aus Bronze hängen in der Laterne der Kirchturmspitze und sind nicht zu sehen. Der weitere Weg nach oben gewährt Einblick in Gemächer des Türmers, der bis 1907 mit seiner oft sehr kinderreichen Familie die Türmerwohnung bewohnte.

Nach 193 Stufen bietet sich dem Besucher ein wunderschöner Ausblick vom Turmumgang über die  Stadt und manch reizvoller Einblick in Hinterhöfe und Gassen.

In den Jahren 2013 bis 2016 wurde die Turmfassade restauriert und die Statik ertüchtigt.

© 2017 Förderverein Frauenkirche Meißen e.V. | Markt 10 | 01662 Meißen